Mexiko-2013

Ful Cave - Yucatan, Mexiko Nov. 2013

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Im November 2013 waren wir - Uwe, Monika und Helmut -  in Playa del Carmen, Yucatan/Mexiko zum Höhlentauchen in den Cenoten von Yucatan. Bilder dazu hier im Fotoalbum. Hier ein kleiner Bericht und unser Reisetagebuch.

Wer gerne einen Kommentar dazu abgeben will, kann das tun, hier in Helmuts Tauchblog / Höhlentauchen Mexiko, November 2013


Allgemeine Informationen

Planung und Vorbereitung

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Playa del Carmen

Wir - Uwe, Monika und Helmut - haben unseren Kurs Cave-1 bei PATD, einer zwar sehr professionellen, aber international weitgehend unbekannten und somit meist nicht anerkannten Organisation gemacht. Natürlich wollen wir als Höhlentaucher auch mal die Cenoten in Yukatan - das Mekka der Höhlentauchgemeinde - besuchen und uns irgendwann auch noch zum "full cave diver" weiterbilden.

Mexiko und die Cenoten sind auf der "boot" 2013 stark vertreten, aber die meisten winken ab, wollen unseren Schein nicht akzeptieren und würden uns nur über zwei volle Kurse zum full cave diver brevetieren. Lediglich Dirk Penzel mit seinem eigenen Tauchbusiness "Cenote-diving" verspricht unsere Ausbildung zu prüfen und bei seinem Verband IANTD abzuklären, ob unser "cave-1" von PADT als Äquivalent zu einem Intro-Cave akzeptiert wird. Wir besprechen gleich noch Termine, Abläufe, Unterkunftsmöglichkeiten, und sind von seiner kompetenten, ruhigen, unaufdringlichen Art angetan. Ein paar Wochen später kommt das OK von IANTD und wir buchen daraufhin Flüge direkt bei Condor und das Hotel über Dirk.

Anreise

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Hubraum trägt
 

Endlich ist November und der Reisetermin da. Montag den 11.11. starten wir pünktlich 6:30h mit dem Auto zum Flughafen MUC. Die Verkehrslage ist katastrophal, Stillstand und Unfälle überall. Wir irren über Landstraßen hinter Karlsfeld von einem Stau in den nächsten. Die Minuten rinnen dahin und der Stresslevel steigt. Irgendwann - endlich - erreichen wir spät, aber noch rechtzeitig den Flugplatz.

Am Lufthansaschalter der nächste Schock - wir haben die Bestätigung für das gebuchte Übergepäck vergessen und Lufthansa mit dem Zubringerflug nach Frankfurt hat keinen Zugriff auf die Condor-Datenbank und weigert sich das Gepäck ein zu checken. Zum Glück hab ich das Notebook dabei und finde die Mail mit der Bestätigung. Der Flug hat deutlich Verspätung und in Frankfurt werden wir schon aufgerufen, kaum dass wir die Maschine aus München verlassen haben. Der Stress geht weiter - im Laufschritt durch den riesigen Flughafen zum Terminal. Uwe braucht noch eine Bordkarte und unsere über Lufthansa ausgedruckten müssen auf Condor umgeschrieben werden.

Die vorgesehene Maschine - eine nagelneu ausgebaute 767 - steht auch nicht zur Verfügung und es wird kurzfristig auf eine ältere etwas anders bestuhlte umgebucht. Dabei gehen auch noch die schönen, gebuchten Sitzplatz - Doppelreihe Fenster/Gang über den Jordan und wir werden im Flieger auf separate Plätze gesetzt. Andere Leute sind mit der Zuweisung auch völlig unzufrieden und so geht das Gezeter, Geschacher und Geschiebe um passende Sitzplätze im Flieger weiter. Uwe mit seinen Meilen upgradet betrachtet das aus sicherer Entfernung und wartet auf seinen Begrüßungschampagner.

Bei vorhergesagten 300 km/h Gegenwind wird die Route auch noch über Kanada umgeleitet und dauert deutlich länger als geplant. Das Flugzeug ist alt, das Entertainment vorsintflutlich und die Sitze eng und unbequem - gut, wir wollten ja keinen Aufpreis zahlen, und irgendwann nach knapp 14 Stunden haben wir es dann überstanden.

In Cancun dauert es dann auch einige Zeit bis wir alle Einreiseformalitäten und den Zoll über uns ergehen lassen - Monika hat bei der Zufallsauswahl einen Treffer gelandet und muss (meine) Tauchtasche komplett durchwühlen lassen. Leicht geschafft lädt uns der von Dirk organisierte Fahrer in seinen Kleinbus und nach weiteren 45 Minuten sind wir endlich in unserem Hotel. Dirk hat per Handy erfahren wann wir eintreffen und kommt kurz vorbei uns zu begrüßen. Noch eine Kleinigkeit essen und danach fallen wir todmüde ins Bett.

Hotel

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The Reef Playacar

The Reef Playacar: Dirk hat uns verschiedene Hotels angeboten - vom einfachen und ortstypischen Stadthotel in Playa del Carmen downtown bis zum all inklusiv in einer gated community, also einer völlig abgeschotteten Siedlung für Wohlhabende und Ausländer im Retortenort Playacar.

Ganz gegen unsere sonstigen Buchungsgewohnheiten entscheiden wir uns für das Reef Playaycar - all inklusiv einschließlich Strandanimation (sehr dezent). Die Anlage ist eine der ältesten, aber nicht überaltert - eher gut eingearbeitet. Sie liegt langgezogen auf einem Grundstück zwischen der Straße und dem schönen breiten (karibischen!) Sandstrand. Zu Beginn die modern und geschmackvoll eingerichtete Empfangshalle mit Lobby, Souvenirladen, Tour-Veranstaltungsbüro und Bar mit Großbildschirm und meist Fußballübertragungen. Darüber eine große Veranstaltungshalle, in der jeden Abend abwechselnde Shows geboten werden und einmal die Woche das Büffet stattfindet. Davor noch eine Stroh gedeckte große Freiluftbar.

Die einzelnen Unterkünfte sind in Zweierblocks a 3 Stockwerken mit jeweils 4 geräumigen Zimmern pro Etage angeordnet. Es gibt runter zum Strand links und rechts des Weges 2 mal 5 dieser Dopplerblocks, so dass man rund auf 250 Zimmer kommt. Der Abstand zwischen den gegenüberliegenden Reihen beträgt ca. 50 m und ist mit hohen Palmen, Gebüschen, kleinen künstlichen Cenoten und Wasserläufen schön gestaltet und bietet ein kühles, schattiges, aber auch typisch feuchtes Klima.

Den Abschluss zum Strand bildet ein großes Areal mit 2 Swimmingpools, Poolbar, Snackbar, dem offenen, hellen Restaurant mit Luftzug und Ventilatoren (ohne AC!), Tauchbasis, Kindermalecke, Volleyballfeld und einem großen Strandbereich mit vielen Liegen und Sonnenschirmen.

Dieser Strand zieht sich über Kilometer am türkisblauen Meer entlang. In 15 Minuten Fußmarsch erreicht man Playa del Carmen - Zentrum und Fährhafen nach Cozumel.
Das Essen, zu fast jeder Tages- und Nachtzeit erhältlich, ist in Buffetform angeboten und sehr reichhaltig und abwechslungsreich. Getränke, selbst alkoholische wie Bier, Wein und Cocktails, sind auch inklusive. Nicht alle Gäste bringen die notwendige Selbstdisziplin mit und so sind nachmittags schon mal laute Gesänge aus dem Pool mit direktem Zugang zur Bar zu hören - insgesamt aber nirgends Ballermann-Atmosphäre.

Für unseren Zweck - um uns nur aufs Tauchen zu konzentrieren und nach anstrengenden Tauchausflügen einfach an den Strand zu legen - ist es die ideale Wahl. Salat und Rohkost meiden wir dann aber doch bald - das leichte Grummeln im Bauch gebietet es.

Tauchen ...

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Parkplatz Ponde

Die Halbinsel Yucatan im Südosten von Mexiko bietet Tauchen am Korallenriff, vornehmlich um die vorgelagerte Insel Cozumel, und zu bestimmten Jahreszeiten spezielle Events wie Walhaie, Marlins oder Bullenhaie meist von der Isla Mujeres (vor Cancun gelegen) ausgehend. Als Hauptattraktion aber - und weltweit einzigartig in diesen Dimensionen - ist das Tauchen in den Höhlensystemen auf dem Festland der Halbinsel zwischen Playa del Carmen und Tulum. Das Gebiet ist durchzogen von hunderten Kilometern unterirdischer Wasseradern, mit tausenden Löchern, wo einfach die Felsdecke eingebrochen ist und eine sogenannte Cenote Zugang zu dieser einmaligen und - nach dem alten Glauben der Mayas - magischen Unterwelt bietet.

Wir sind hierher gekommen, um den Höhlentauchkurs im 2.Level, den "full cave diver" zu machen und anschließend noch möglichst viele Höhlen zu betauchen. Wie oben bei Planung beschrieben machen wir den Kurs und tauchen anschließend mit Dirk Penzel, "Cenote-diving".

... Kurs: full cave

mit Dirk Penzel
Cenote-diving

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Nachdem es im ersten Kurs (cave1 Lot 2008) hauptsächlich um Licht, Luft, Ausrüstung und Überleben ging liegt jetzt den Schwerpunkt auf Navigation, fortgeschrittene Leinentechniken (jumps, Ts, circut) und Restriktionen (restrictions). Zunächst haben wir das früher gelernte rekapituliert, alles noch mal durchgesprochen und einzelne Punkte verfeinert. Detaillierte Aufzeichnungen dazu unten bei Kursschwerpunkte.

Sehr gut gefällt uns die Art, wie Dirk seine Rolle als Kursleiter versteht: Nicht - "ich Tauchlehrer, hab immer Recht - du Schüler, du Depp". Sondern er erklärt verständlich seine Vorstellungen, dann besprechen wir ob oder was wir anders gelernt haben oder anders machen würden - und wenn unser Vorgehen "sicher" ist, können wir es auch so machen wie wir wollen. Meist aber passen wir unsere Prozeduren an Dirks Vorschläge an.

Vor den Kurstauchgängen erklärt er jeweils die neuen Techniken in Theorie und Praxis als Trockendemonstration. Dann planen wir den Tauchgang und führen ihn selbstständig durch. Dirk schweb irgendwo um uns rum, meist ohne Licht und unsichtbar. Solange wir keinen gefährlichen Mist machen lässt er uns gewähren, mischt sich nicht groß ein, gibt nur manchmal Hilfestellung, z.B. Lichtzeichen wenn wir den Start der Hauptleine mal wieder Minuten lang suchen. Ab und zu kommt doch eine kleine Intervention von hinten - Signale für Übungseinlagen, wie "out of air" oder "light out" und ähnliche Späße.

Dirk wird von Roman unterstützt - einem angehenden cave instructor. Er kommt aus Isny, ist schon seit 13 Jahren hier in Mexiko als Tauchlehrer und Guide tätig und muss jetzt noch ein paar Kurse begleiten um selbst Höhlentaucher ausbilden zu können. Vom ersten Augenblick an sind wir auch von seiner ruhigen, kompetenten Art und angenehmen und umgänglichen Persönlichkeit angetan. Er ist eine Bereicherung für unseren Kurs. Auch ihm gefällt es wohl mit uns, so dass er uns nach Abschluss unserer Ausbildungstauchgänge gerne noch auf unseren Höhlentauchgängen begleitet, sooft es ihm seine Arbeit erlaubt.

Es ist sehr lehrreich Dirk und Roman beim Tauchen genau zu beobachten. Wie sie die Leine führen und legen, wie sie exakt Signale geben und alle Informationen und Richtungsentscheidungen prägnant und eindeutig kommunizieren. Uwe profitiert besonders, weil er mit Roman als Buddy unterwegs ist.

Feinabstimmung und Manöverkritik gibt es im "debrieving" nachher an der Oberfläche oder auf der Rückfahrt. Da wir keine sicherheitskritischen Fehler machen läuft es meist auf Verbesserungsvorschläge und "Stil-Kritik" raus.

Zum Abschluss müssen wir noch die Theorie aus dem IANTD Manual durcharbeiten und eine schriftliche Prüfung mit "open book" ausfüllen. Buch und Unterlagen sind in englisch, stammen direkt aus der Feder von Tom Mount - einem der Gottväter des amerikanischen Höhlentauchens - und schwanken zwischen "military survival training" und "esoterischer Selbstfindung". Dieser Teil ist klar verbesserungsbedürftig, ändert aber nichts am Gesamtfazit: Es war super toll, super lehrreich und hat alle Erwartungen erfüllt und übertroffen. Ein großer Dank an Dirk Penzel - und Roman und den Apotheker mit den guten Ohrentropfen.

Nachtrag: In den folgenden Tagen tauchen wir noch mit Zusatzflaschen (stages), machen ein bisschen Theorie und ein paar weitere Übungen und erhalten zu guter Letzt als Brevet das "IANTD technical cave diver certificate". Es soll Betreiber geben, die auf den Unterschied achten - na ja wenn's so leicht geht.

... Höhlentauchen

mit Dirk Penzel
Cenote-diving

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Nach dem Kurs haben wir noch 9 Tage. Da Höhlentauchen hier in feuchtwarmen Klima durchaus körperlich anstrengend ist behalten wir unseren Rhythmus bei - drei Tage Tauchen, ein Tag Pause mit Ausflügen oder Strand. Man könnte sich jetzt ein Auto und Flaschen mieten und völlig selbstständig planen und tauchen. Aber das ist auch nicht ganz billig und so entscheiden wir uns für die bequeme Variante und tauchen weiter mit Dirk (und oft Roman). Der Preis für einen Höhlentauchtag ist verglichen mit Tauchausfahrten im Meer auch nicht viel teurer, bietet aber sehr viel mehr. Sandwiches oder eine kleine Mahlzeit zu Mittag und Getränke sind inbegriffen. Ebenso der Eintritt (meist 5 - 15$) in die Cenoten.  Im Gegenzug stellen die Eigentümer Infrastruktur und bequemen Zugang. In der Nähe der Einstiege sind Parkmöglichkeiten, feste Steintische für Ausrüstung und Umziehen, Toiletten und Treppen und Leitern zu den Abtauchstellen.

Wir treffen uns i.d.R. kurz nach 8:00h. Dirk hat seinen Pickup mit einer Batterie Doppelflaschen, Stages und der sonstigen Tauchausrüstung beladen. Die Fahrten zu den verschiedenen Cenoten dauern zwischen 30 und 60 Minuten. Dirk erkundet unsere Wünsche und schlägt entsprechende Höhlen und Tauchgänge vor. Wir planen in zwei Teams und tauchen dann im lockeren Verbund. Gerade für Monika und mich, im langsameren Team 2, ist es toll hinter den anderen zu schwimmen und deren Lampenspiele zu bewundern. Dirk repariert und vertreibt im Nebenjob auch noch LED Tauch- und Videolampen und so ist nie Mangel an Leuchtmitteln.

Die Tauchgänge dauern i.d.R. 60 bis 90 Minuten. Dann zurück im Kavernen-Bereich verabschiedet sich Dirk, wir nehmen manchmal eine neue Stage auf und tauchen noch bis zu einer Stunde weiter. Am Ende der Tauchgänge besprechen wir das Gesehene und Erlebte, essen unsere Brotzeit und machen uns langsam auf den Heimweg. Meist sind wir gegen 15:00 bis 16:00h zurück im Hotel und können noch den Strand genießen.

Gebiete
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Karte Sac Actun
Riviera Maya: In der Gegend zwischen Playa del Carmen und Tulum gibt es drei große Höhlensysteme: Nördlich Sistema Dos Ojos bis über 120m tief (the pit) und parallel dazu südlich Sac Actun - die weiße Höhle. Zusammen sind sie über 300 km lang, meist 5 - 20m tief, im Schnitt 25°C warm und mit grandiosen Sichtweiten gesegnet. Daneben liegt noch das zweitlängste Einzelsystem der Welt - Ox Bel Ha mit 180 km. Das oberflächliche Süßwasser trifft oft bei 10 - 15m Tiefe auf Salzwasser. An der Grenzschicht (Halokline) führt das zu starken Sichteintrübungen und Schlieren. Cenoten sind Einbrüche der Oberfläche in dieses unterirdische Flusssystem. Es gibt auf Yucatan tausende davon. Sie liegen alle auf Privatgrund und dürfen nur mit Erlaubnis, oft gegen Eintrittsgeld, betaucht werden. Im Folgenden ein Auszug der Höhlen, die wir betaucht haben. Alle liegen nahe der Schnellstraße 307 Playa - Tulum, bzw. 109 Tulum - Valladolid.

Eine Karte mit guter Übersicht hier bei Google Maps - Cenotes Riviera Maya

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Ponderosa
Ponderosa: Nahe gelegenen Höhle (25 km südlich Playa, 3 km südlich Puerto Adventuras) für Training und Ausbildung. Mit einem großer See, einem Höhlenbereich und einen Cavern-Bereich für Schnorchler und Sporttaucher, immer mit Blick aufs Tageslicht und schöne Lichtspiele.

70 Pesos Eintritt für Taucher ("buzos"). Ausstattung: Toiletten, Tische, Palappa (Sonnendach mit Sitzgelegenheiten). Sieht auf den ersten Blick etwas verfallen und "dahaut" aus, nicht so liebreizend wie man es vonTauchplätzen in anderen Ecken der Welt kennt. Aber Höhlentauchen ist eh eher was für (uns) härter gesottenen Bild, ohne Titel.

Links: cenote-diving/el_eden_ponderosa und divingplayadelcarmen/ponderosa

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Tajmah Ha 5 km südlich Puerto Adventuras, am Eingang kleines Restaurant mit Souvenirshop, am Parkplatz Toiletten, Stein- und Holztische, etwas Schatten - der Zustand ähnlich Ponderosa. Der Weg zur Cenote 1 Minute über steile, feste Steintreppe. Unten ist ein großer Holzsteg, geradeaus geht's zum Einstieg für die Cavern-Tour mit wunderschönem Lichteffekten, rechts zum Einstieg in den Höhlenbereich. Für Drills ist wenig Platz im Pool unter dem überhängenden Fels, denn es geht gleich steil schräg runter. Zur Hauptleine sind es kaum 50m.

Links: cenote-diving/tajma_ha und divingplayadelcarmen/taj_maha

Bild, ohne Titel Nohoch oder genauer "nohoch nachich" - Maya für "riesiges Vogelhaus": 50 km südlich Playa, 12 km nördlich von Tulum, aber ein gutes Stück ab von der geteerten Schnellstraße, über holprige Wege durch den Urwald. Beim Parkplatz befinden sich 2 Steintische für die Geräte, aber kaum Schatten. Die Anlage selbst ist groß ausgebaut - in deutlich besserem Zustand wie die meisten anderen - mit Restaurant, Toiletten, schattigen Sitzmöglichkeiten und einem Abenteurerspielplatz für Möchtegern Adrenalin-Junkies, denen die Versicherung das Höhlentauchen verboten hat. An Hochseilrollen hängend, in Schwimmwesten gehüllt, stürzen sie sich aus 5m Höhen den Hang hinunter, um unten einen nassen Hintern im Cenotenpool zu bekommen.

Für Taucher ist der Einstieg nach 250m Fußmarsch über eine bequeme Treppe erreichbar. Das Gerät kann man über eine Seilrolle direkt hinunter lassen. Die Höhle selbst ist phantastisch! Riesengroße Gänge und Hallen, mit hellen - fast weißen Stalagmiten und Stalaktiten, filigranen Säulen und Figuren, immer wieder Gebilde die aussehen wie gotische Hochaltäre oder Himmelstore - so heißt auch ein Durchgang "heaven's gate".

Links: Dazu gibt es auf youtube ein atemberaubendes Video hier unter: first cave diving flash mob - unbedingt ansehen!

Bild, ohne Titel The pit: An der Abfahrt vom Highway 307 ca. 48 km südlich von Playa befindet sich die Einfahrt zu "Dos ojos". Es gibt viele Parkplätze und ebene Wege, hier können auch größere Reisebusse und Gruppen kommen. Restaurant, Toiletten, Souvenirshops und eine kleine Halle mit Informationsmaterial und Bildern sind darauf eingerichtet. Vom hier geht es zu verschiedenen Cenoten.

Durch den Urwald 6 km (mehr als 30 Minuten) entfernt liegt "the pit". Vor Ort gibt es mehrere Palappa beschattete Tische und eine Toilette. Der Einstieg ist ein riesiges, kreisrundes Loch mit 30m Durchmesser. Der Wasserspiegel liegt 5m unterhalb dem Rand. Früher musste man springen und rausklettern, seit Kurzem gibt es eine sehr steile, aber komfortable, massive Holztreppe. Der Topf geht senkrecht auf weit über 40m hinunter. Die Sicht ist grenzenlos endet aber abrupt an einer wabernden Schwefelschicht bei 40m.

Der "open water" Teil ist auch bei Apnoe- und Sporttaucher sehr beliebt. Man lässt sich durch glasklares Wasser tiefer und tiefer sinken. Oben am Cenotenrand sieht man den grünen Urwald und den blauen Himmel, unten grauen Nebel. Entlang der senkrechten, dunklen Wänden abwärts gen Unterwelt. Ein kahler kleiner Baum ragt aus den Schwefelschwaden. In der Schwefelschicht beträgt die Sichtweite 2-3m, darunter wird es wieder klar. Auf dem Sandboden 43m tief liegen Knochen - menschliche Überreste. An anderer Stelle wurden bereits mehr als 150m erreicht. Es handelt sich damit um die tiefste Höhle in Yucatan.

Wieder hoch auf 14m liegt ein Eingang in den Höhlenbereich. Die Gänge sind nicht wirklich eng, mit einem Durchschnitt von vielleicht 2-3m. Nach 5-7 Minuten Schwimmdistanz liegt das Skelett von einem kleinen Pferd.

Links: cenote-diving/tauchplaetze/the_pit und youtube

Bild, ohne Titel dream gate  - halb Kaverne, halb Höhle. Es gibt eine steile Metalltreppe und eine Seilrolle um das Gerät ab zu seilen. Unten einen Holzsteg und 2 Tische um die Ausrüstung an zu legen. Ein Rundkurs geht mit der Strömung (down-stream) und einer dagegen (up-stream). Die Maximaltiefe beträgt 7m, die Gänge sind teilweise sehr flach und eng. Es gibt sehr viele filigrane Kalkstrukturen zu sehen. Der Blick aus den Gängen in den dunkelblauen, Licht durchfluteten Einstiegsbereich mit der Holztreppe ist markant und in etlichen Filmen und Dokumentationen zu sehen, u.a. «Planet Erde/Höhlen» und Natural World Dokumentation «Secrets of the Maya Underworld» (beide BBC).

Links: gocaverndiving/dreamgate, Secrets of the Maya Underworld (bei youtube) und diving/dream_gate

Bild, ohne Titel Chak Mool ist die nächstliegende Cenote direkt bei Puerto Aventuras. Die Anlage ist mit guter Infrastruktur ausgestattet: Ebene Fahrwege, große Parkplätze mit Umziehgelegenheit für viele Cavern-Diver, separater Parkplatz mit 3 Tischen am Einstieg für den Cave-Bereich. Kleiner Laden mit eigenen T-Shirts und schattiger Terrasse mit frischen, leckeren Burritos und Getränken.

Highlight der Höhle ist "the monster", der mit 12m Höhle größte Unterwasserstalaktiten der Welt. Man findet ihn downstream 30-40 Minuten, also mit der Strömung rein.

Links: cenote-diving/chac_mool_kukulkan und divingplayadelcarmen/cenote_chac_mool

Bild, ohne Titel Pet Cementry zur Cenote geht's auch von der Einfahrt Dos Ojos, aber sie gehört zum Sac Actun System und liegt auf Maya Gebiet. Die Höhle ist ebenfalls wunderschön dekoriert, aber teilweise etwas enger. Es gibt einige Skelett von Tieren. Besonders erwähnenswert ist auch "blue abyss" - eine große Halle von 10 auf 30m abfallend, weit im Inneren, über 45 Minuten downstream, mit mehreren Restriktionen (war uns erstmal zu weit).

Links: cenote-diving/pet_cementary  und gocaverndiving/pet_cemetery

Bild, ohne Titel Phenomeno Bei derselben Einfahrt wie zu Nohoch biegen wir ab, fahren dann aber eine ¾ Stunde über Stock und Stein zur Cenote weit hinein in den Dschungel. Hier weitab der Hauptstraße sehen wir wild lebende Affen, Kolibris und einen Nasenbär.

Eine nicht fertig gestellte Bauruine zeugt vom fehlgeschlagenen Versuch ein Restaurant an der abgelegenen Cenote White River zu errichten. Ein Toilettenhäuschen gibt es auch. Aber das Innenleben ist doch zu rustikal und ungepflegt. Ein kurzen Pfad führt zu einer Holzplattform mit einer rutschigen Holztreppe in den Cavepool.

Die Höhle selbst ist auch phänomenal toll und die lange, holprige Anfahrt wert. Die Gangprofile sind oft niedrig um Grund feines Sediment und viele kleine, abgebrochene Kalkzapfen. Es gibt auch noch ein prähistorisches Tierskelett und ein Maja-Tongefäß - Details ggf. bei Dirk Bild, ohne Titel.

Links: youtube/phenomeno

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Gran Cenote westlich von Tulum. Die Anlage um die Cenote ist sehr gut ausgestattet und für den manchmal auftretenden Massenandrang gerüstet. Etliche Toiletten, viele Steintische und schattige Parkplätze, eine breite, trockene Treppe, Ausrüstungsverleih und und und …

Überhaupt ist hier alles groß - "grand" halt. Die Stegplattformen, der cave pool, der cavern-Rundkurs .... Die Gänge und Hallen sind riesig (50-80m im Durchmesser) und die Sichtweiten hervorragend.

Links: youtube/grand_cenote.


Reisetagebuch

Mo. 11.11. - Reisetag Anreise, siehe oben.
Di. 12.11. - Einwohnen Heute erst mal Zimmer wechseln, im Hotel heimisch werden, einwohnen, faulenzen und den wunderschönen Sandstrand inklusive das karibisch türkis-blaue Meer genießen.
Mi. 13.11. - Eintauchen,
Ponderosa

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6:15h aufstehen, ab 7:00h gibt es Frühstück. 8:00h holt uns Dirk mit seinem riesigen Pickup an der Straße vor dem Hotel ab. Es ist ein Dodge RAM 2500 - 400 PS bei 5,7 Liter (Hubraum nicht Verbrauch). Er bringt auch noch Roman mit - einen angehenden cave instructor.

Heutiges Ziel - erst mal Ausrüstung konfigurieren und eintauchen in der Cenote Ponderosa, ca. 25 km / Min südlich gelegen. Malerisch 500m abseits der Straße im Urwald, ein paar Parkplätze, einfache Toiletten, ein paar feste Steintische zum Gerät aufbauen und ein mit Stroh überdachter Pavillon - eine Palappa. Wir bauen alles zusammen und sortieren die Utensilien. Vom oberen Rand der ovalen, 50-80m durchmessenden Cenote führen Steinstufen ca. 10m hinab zur Einstiegsplattform. Vor dort klettert man über hohe Stufen und eine improvisierte Leiter in glasklaren, 24°C warmen Quellsee (cave-pool). Wir sinken langsam ab, den Mund halb offen von der tollen Sicht, konzentrieren uns aber dann auf Gerät und Trimm. Die Alu Doppel 80cft von Luxfer tauchen sich überraschend angenehm. Mit meinem 7mm Halbtrocken und Alu-Backplate brauche ich kein Blei. Es gibt auch etwas schwerere Catalina-Flaschen.

1.Tauchgang: Eintauchen, Drills, Blei - nur im Pool der Cenote
2.Tauchgang: Cenoten-TG im cavern-area, im Pool nach rechts, immer wieder schöne Licht durchflutete Fenster, dann wieder 50m lang Höhlenabschnitte, nie ganz dunkel. Sicht sehr gut, einiges an Halokline. Die Temperatur 25°C.

Do. 14.11. - Jumps,
Cenote Tajmah Ha
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Abfahrt mit dem Taxi vom Hotel zum Treffpunkt, dem nahegelegenen Einkaufszentrum "Centro Maya". Der Preise für diese Anfahrt liegt zwischen 50 und 70 Pesos, je nach Alter des Taxis und des Fahrers. Noch kurz tanken und 5 Sandwich "economicos" aufnehmen.

Cenote: Tajmah Ha(l): Parkplatz mit Steintischen, ohne Palappa, einfache Toiletten, große braune Pfütze davor (extrem side mount Frank ;-) ). Über eine Steintreppe geht es rechts runter zur Cenote. Im Einstiegsbereich ist  rauer, aber glitschiger Betonboden. Schöner Cenote-Eingang mit großem Überhang, Tauchen nach links (Caverntour) und gerader Einstieg für Cave Dives möglich.

1.Tauchgang: Jumps, also Sprünge oder Verbindungen üben. Von der Höhle bekommen wir nicht viel mit, wir sind voll auf die Aufgaben konzentriert. Trimmung und Tarierung ist bei mir noch deutlich suboptimal. Die verschiedenen Doppelgeräte haben eine ziemlich uneinheitliche Position und Art der Schellen. Der Schwerpunkt und daraus resultierende Schwimmlage ist immer wieder anders.

Fr. 15.11. - T's
Ponderosa
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8:15h Abfahrt Centro Maya zur Cenote Ponderosa. Heutiger Plan: Das Üben von T's, also Abzweigungen. Hinten links in den Höhlenbereich abtauchen, primary & secondary tie off legen, links neben Schild runter, Mainline (links kurz daneben), 200ft Pfeil, 400ft Pfeil Rechtsknick, Jump MEL, 200ft, TR, TR, TL ... (eine Erklärung der Abkürzungen findet sich unten bei Kursschwerpunkte.)

1.Tauchgang: Helmut vorne, Moni Mitte, Uwe Schluss - Primary Line auf falsche Mainline verbunden, Jump MEL auf falsches End (zu weit rechts, statt links zurück). Nach 45 Minuten kurz vor TR wg. Umkehrdruck gewendet - Aufgabe nicht erfüllt, da die notwendigen zu übertauchenden T's erst noch vor uns lagen.

2.Tauchgang: Uwe vorne, Helmut Mitte, Moni Schluss - hohes Tempo gegen Strömung rein, alle Leinen korrekt, Cookies auf alle 3 T's und raz faz hinten. Wenden am Rückweg, Moni ebenfalls flott raus zu unterwegs, Cookies aufnehmen, dann OoA bei Helmut, Longhose von Uwe und mit Karracho zum Ausgang. Jetzt war Dirk zufrieden!

Sa. 16.11. - Chichen Itza & Ek Balam

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Chichen Itza

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Ek Balam

Heute ist Kultur angesagt. Wir werden um 7:00h mit einem Kleinbus abgeholt. Dirk und Markus (aus Hannover, SAS-Diving) sind schon an Bord. Nach 30 Minuten stoppen wir an einer Tacco-Kneipe zum Frühstücken - "very tipico". Es gibt leckere Taccos und Joghourtshakes oder Fruchtdrinks im XXL Format.

Für die 240 km in südwestlicher Richtung nach "chichen itza´", einer der bekanntesten archäologischen Maja-Stätten Mexikos, benötigen wir insgesamt 2 1/2 Stunden Fahrzeit. Besonders beeindruckend ist, dass die Bauten aus 2 verschiedenen Kulturepochen stammen. Gründer des Ortes, die Itza´, waren im 6. Jahrhundert aus dem heutigen Guatemala eingewandert. Aus dem 6.-10. JH stammen die Gebäude des südlichen Areals. Das nördliche Areal trägt Bauten in toltekischem Stil hauptsächlich aus dem 11. JH. Danach wurde nichts mehr gebaut, die Stadt wohl  langsam aufgegeben; bei Ankunft der Spanier im Jahre 1517 war sie bereits verlassen.

Leider darf man auf die Gebäude und Pyramiden nicht hinauf steigen. Man hätte von dort oben sicher einen grandiosen Blick auf das Gelände. Aber auch von unten sind die Pyramide des Kukulcan, die Tempelanlagen und die Ballspielplätze ziemlich eindrucksvoll. Der Ball für das Spiel war aus Kautschuk und bis zu 1 kg schwer. Er durfte nur mit Knie, Ellenbogen oder Hüfte gespielt werden und war durch steinerne Ringe zu schlagen. Das Spiel zog sich oft über mehrere Tage - kein Wunder, die Sieger wurden den Göttern geopfert. Insgesamt ist die Anlage heute ziemlich touristisch, viele Händler stellen alle Arten von Souvenirwaren aus - aber sie bleiben relativ zurückhaltend.

Zum Mittagessen machen wir von 14:30 - 15:30 Uhr Rast in der Provinzstadt Valladolid. In der bezaubernden Altstadt kehren wir im Restaurant eines Hotel ein. Wir sitzen angenehm luftig in den Arkaden, die den Innenhof umgeben. Es gibt ein Platte mit allerlei verschiedenen mexikanischen Spezialitäten - alles im Kurspreis inbegriffen Bild, ohne Titel.

Dann geht es weiter, 30km nördlich nach Ek Balam (Mayathan für Schwarzer Jaguar). Diese Stätte war bereits sehr früh im 100 bis 300 JH n.Chr. besiedelt. Sie blühte zwischen 700 und 1000 noch mal auf. Auch hier begann gegen 1200 der Niedergang. Das Areal ist 1,2 km2 groß, besitzt eine berühmte Stele und mehr als 10 zum Teil recht imposante Gebäude. Auf der Südseite steht ein Gebäudekomplex mit 6 Stockwerken, mehr als 72 Räumen, über 30m hoch - oft "Akropolis" genannt. Daneben natürlich wieder Ballspielplätze, Tempel und Straßen. Der Komplex ist deutlich weniger touristisch und ursprünglicher. Man darf die viele Gebäude - auch die Akropolis - besteigen und so kraxeln wir einige der steilen Treppen hoch und genießen die Aussicht auf die Ruinen und den umgebenden Urwald. Durch die einsetzende Dämmerung gewinnt alles noch einen zunehmend mystischeren Eindruck.

So. 17.11. - Nohoch,
heaven's gate
Zur Hauptleine des Höhlenbereichs gelangt man von der Plattform aus nach rechts. Wir müssen erst noch üben und gehen daher gerade auf die cavern-line und dann mit zwei jumps nach rechts auf die main-line. Nach etwa 15 Minuten passieren wir eine weitere Cenote mit beleuchteter Einstiegsplattform für die Schnorcheltouren. Kurz darauf erreichen wir "heaven's gate" - eine sehr große, wunderschön dekorierte Halle. Alles ist über und über mit Stalagmiten und Stalaktiten verziert - einfach traumhaft.

Uwe taucht mit Roman deutlich schneller und sie dringen tiefer ein. Anschließend erzählen sie von weiteren aufregenden Sehenswürdigkeiten - hier müssen noch mal her!

Mo. 18.11. - Circuit,
Tajmah Ha
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1.Tauchgang: circuit - 1.Teil: Uwe führt und wir legen flott die Jumps und setzen die Cookies für unsere Schleife.

2.Tauchgang: circuit - 2.Teil: Helmut führt und Uwe räumt hinten alles wieder ab. So vollenden wir die Schleife in (für uns) rekordverdächtiger Zeit.

3.Tauchgang: Wir haben noch Luft und Lust und tauchen den halben Kavernenbereich nach links zum schiefen Turm von Pisa - einer kurzen, dicken, schiefen Kalksäule.

Nun haben wir alle erforderlichen Übungen und Tauchgänge zum "full cave diver" absolviert, nur die theoretische Prüfung steht noch aus.

Di. 19.11. -
Dos ojos
the pit
Die Anfahrt - insbesondere der Weg durch den Busch - ist heute etwas weiter und so erreichen wir erst gegen 10:00h den malerischen, kreisrunden, tiefem, klaren Quelltopf. Nach anlegen der schweren Ausrüstung klettern wir die Holztreppe hinunter zu einer kleinen Plattform, die direkt über dem schwarzen Loch schwimmt. Vorsichtig - ja nichts fallen lassen - ziehen wir die Flossen an und prüfen noch mal ob alle Ausrüstungsteile wirklich ordentlich befestigt sind.

Nach dem obligatorischen Check und Tauchplanwiederholung lassen wir uns langsam Kreise drehend tiefer und tiefer sinken. Oben bei glasklarer Sicht sieht man den blauen Himmel und die grünen Bäume den Rand säumen. Unter uns wie graue Nebel die Schwefelschicht auf 40m. Direkt an der Grenzschicht ragt ein kleiner, kahler Baum halb aus den Schwaden. Wir tauchen durch die Schicht. Es wird düster und noch mysteriöser. Bei 43m liegen (eigentlich) gut sichtbar menschliche Knochenreste umher.

Nach 20 Minuten steigen wir auf 14m, wo das linke von zwei Löchern in der Wand die Öffnung des Höhlengangs darstellt. Wir müssen etwas warten bis Dirk eine Gruppe Single-Tanker von ihrem kurzen Abstecher in verbotenes Terrain per heftigem Lichtwedeln zum Verlassen des Cave-Bereichs nötigt. Nach wenigen Minuten rein schwimmen setzt Dirk einen Jump von der Mainline nach rechts und zeigt uns das prähistorische Skelett eines kleinen Pferdes. Der Jump endet wieder auf der Mainline und wir folgen dieser nach rechts einige hundert Meter durch schmale Gänge bis zum Erreichen des Umkehrdrucks. Auf dem Rückweg kann Uwe noch ein paar schöne Bilder vom Skelett schießen.

Zum Abschluss verweilen wir noch lange schwebend im Topf und genießen die grandiose Sicht und die mystische Stimmung. Markus und Jürgen leisten uns Gesellschaft. Leider ist Monika mit Magenschmerzen unpässlich und verpasst diese "high-light".

Mi. 20.11. Pause Pause, Strand, Relax - Lesen, Lernen, schriftliche Prüfung vorbereiten
Do. 21.11. -
dream gate

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Treffpunkt 8:15h Centro Maya: Fahrt ca. 30 Minuten zum Abzweig, dann auf engem, holprigen Weg durch tiefsten Busch zur Cenote  "dream gate" - halb Cavern, halb Cave. Es gibt eine steile Holztreppe und eine Seilrolle um das Gerät ab zu seilen. Unten einen Holzsteg und 2 Tische um das Gerät anzulegen.

Erst tauchen wir die Schleife downstream. An der caveline zeigt ein permanenter Pfeil den Weg zu einem Höhlengang. Dirk und Uwe jumpen dorthin. Wir wollen folgen und setzen unseren eigenen Pfeil dahinter. Die beiden sind rücksichtsvoll gegenüber einer Gruppe, die schon vorher eine Line rein verlegt hat und verlegen ihr Spool ganz am linken Rand. So wird es für uns zu eng und wir haben ja gelernt vorhandene Leinen nicht zu kreuzen. Daher drehen wir nach 15m wieder um, gehen zurück auf die caveline und tauchen den loop weiter. Von der Decke hängen tausende kleine und große Stalaktiten, in der Mitte türmen sich ein Berg aus grauem Lehm wie eine Mondlandschaft. Die Sicht ist gut, aber durch die Regenfälle und viele Thermokline doch stark beeinträchtigt.

Nach 55 Minuten sind wir wieder im pool Bereich, bestimmen erneut Umkehrdruck und gehen auf die upstream-loop. Nach ein paar Minuten kommt auch hier ein Doppelpfeil als Startpunkt für einen Jump. Team 1 hat schon vor uns angebunden und wir folgen an Monikas Spool in den engen Gang und klinken uns dort auf das Leinenende. Die Gänge und Hallen sind komplett aus weißem Gestein. Links und rechts filigrane, scharfkantige Platten, am Boden heller, weißer Lehm. Vorsichtig schwimmen wir den Gang entlang um nach wenigen Minuten zu drehen. Die Lichter von Dirk und Uwe kommen auch schon wieder näher. Den Loop entlang gelangen wir nach weiteren 50 Minuten zurück in den Eingangsbereich.

Fr. 22.11. -
Chak Mool

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Übliche Zeit, üblicher Treffpunkt: Kurze Fahrt zur nächstliegenden Cenote "Chak Mool". Die Anlage ist mit guter Infraktruktur ausgestattet: Ebene Fahrwege, große Parkplätze mit Umziehgelegenheit für viele Cavern-Diver, separater Parkplatz mit 3 Tischen am Einstieg für den Cave-Bereich.

Kleiner Laden mit eigenen T-Shirts und schattiger Terrasse mit frischen, leckeren Burritos und Getränken.

Heutiges Ziel ist "the monster", der größte Unterwasserstalaktiten der Welt - downstream, also mit der Strömung rein. Veranschlagt sind 35-45 Minuten Schwimmzeit. Dirk, mit Uwe Team 1, legt ein langes primary vom Einstieg auf das Cave-End. Team 2 - Moni und ich folgen auf derselben Line und personalisieren das Ende jeweils mit einem eigenen Cookie. Die Sicht schwankt stark von sehr gut (> 40m) bis totales Flimmern (<1m). Der Gang ist breit, so dass man der Halocline etwas durch Formationsschwimmen entgehen kann. Aber immer wieder müssen wir direkt an die Leine weil sonst die Führung gar nicht mehr erkennbar ist. Die Strömung schiebt so stark, dass wir schon beim hineintreiben mit etwas mulmigen Gefühl an die Flossenarbeit am Rückweg denken.

Nach 25 Minuten am 1.T geht's nach links, nach weiteren 10 Minuten sind wir fast ohne Schwimmbewegungen am Eingang der großen Halle. Dirk fixiert eine Backuplampe am Seil Richtung Ausgang und nimmt wegen der doch sehr wechselnden Sicht vorsichtshalber ein Jumpspool zur Hand während wir die Halle durchqueren. Mitten im scheinbaren Nichts schweben wir jetzt staunend vor dem 12m hohen Kalkzapfen.

Die anstrengende Strecke vor Augen, halten wir uns nur wenige Minuten auf und machen uns bald zügig auf den Rückweg. Wieder genießen wir Sichtweiten von atemberaubend bis fast Blindflug mit einem konturlosen Lichtschein vor uns. Wir kommen gut voran. Trotzdem kreisen die Gedanken öfters mal - jetzt bloß kein größeres Problem … Uwe führt vorbildlich sein "eventlog" und registriert beruhig, dass wir die Wegpunkte ohne allzu große Verzögerung passieren.

Dann nach knapp 70 Minuten ein grüner Schwimmer - es ist nicht mehr weit. Bald darauf zeichnet sich das Reel aus den Schlieren ab. Ausgang verifizieren und kommunizieren, dann ab auf die letzten 100m bis zum Zwielicht-Bereich. Den ausgedehnten Sicherheitsstopp nutzen Uwe und Moni noch für Foto und Video. Nach knapp 90 Minuten strecken wir den Kopf wieder aus der grünbraunen Suppe im Cenotenpool hinaus ins Tageslicht.

Nach kurzer Besprechung und Nachladen einer Stage bei Uwe tauchen wir erneut ab, um noch 45 Minuten auf der Caverntour kreuz und quer zwischen den verschiedenen Cenoten-Ausstiegen hin und her zu schießen. Hier treffen wir dann auch etliche Single-Tanker und genießen mit ihnen das Lichtspiel im grünlichen Wasser.

Dann raus und (schnell) umziehen - Dirk hat die Burritos schon bestellt. Angenehm im Schatten vor der Restaurant-Bude sitzend, lassen wir alles noch mal Revue passieren. Wir sind uns einig: Toller, aber anstrengender Tauchgang und solche Bedingungen - deutlicher downstream mit teilweise schlechter Sicht braucht noch ein bisschen Gewöhnung. "Again what learned" - dank Dirk.

Sa. 23.11. -
Pet Cementery

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magische Welt

Zur Cenote Pet Cementery geht's auch von der Einfahrt Dos Ojos, aber sie gehört zum Sac AcTun System und liegt auf Maya Gebiet. Zunächst erkunden wir einen Brunnen artigen Einstieg. Es geht eine steile, massive Holzleiter einen engen Schacht ca. 4m hinunter. Unten ist ein Kellergewölbe mit Holzplattform und glasklarem Wasser. Das war dann doch ein Scherz von Dirk und ist nur der Ausstieg für die Schnorchel-Tour und nicht für uns mit Doppelgerät.

Der Plan ist Richtung blue abyss zu gehen - einem großen, tiefen Schacht weit im Inneren. Wir müssten dabei 45 Minuten downstream über mehrere Restriktionen und hätten dann eine Halle, von 10 auf 30m abfallend. Durch unser Filmen und Fotografieren, die langsame Schwimmgeschwindigkeit und den noch nicht optimalen Luftverbrauch war klar, dass wir wohl vorher umkehren würden.

Erst geht es vom am Einstieg an die cavern-line. Die Schnorchler trampeln uns über die Köpfe. Auf dem Weg unter der Cenote passieren wir ein prähistorisches, großes Tierskelett. Durch einen Tunnel, dann Jump in den Höhlenbereich, Abzweige MER, später MEL, noch mal MEL, langes Stück Doppelrestriktion mit Doppelkick links / rechts, später noch mal eine zweite, etwas weitere Restriktion aber die Führungsleine läuft mitten durch.

Beide zu passierende Restriktionen sind eine tolle Erfahrung für uns und wir bewältigen diese mit Bravour. Eine verfangene Leine an der Scherentasche stellen auch kein Problem dar. Wir Drei sind uns einig, dieser Tauchgang ist eine bleibende Erinnerung, da herausfordernd und doch traumhaft schön. Die sich immer wieder abwechselnden Formationen in den engeren Gängen sind wie ein ablaufender Kinofim. Hoffentlich sind Uwe's Videos auch gut geworden!

Als zweiten Tauchgang drehen wir noch eine komplette Runde auf der 750m langen cavern line. Die Sicht ist durch die Schnorchler und einige Taucher leider mittlerweile durch den aufgewirbelten feinen, weißen Sand beeinträchtigt.

So. 24.11. - Ausflug
Coba und Tulum

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Vista point über Tulum

Um 7:15h holt uns Dirk wieder beim Starbucks am Playacar Plaza nahe dem Hotel ab. Die Fahrt dauert gut eine Stunde nach Coba. Es sind schon einige andere Touristen da, aber der Parkplatz ist nicht mehr da. Durch die wochenlangen Regenfälle hat die Lagune Hochwasser und weite Bereiche sind völlig unter Wasser.

Coba ist ebenfalls ein riesiges Areal (50 km2) und hatte mal bis zu 80.000 Einwohner. Erbaut in der klassischen Mayaperiode zwischen 600 und 900 n.Chr., war sie eine der größten Mayastädte in Yucatan. Mehr als 20 sacbe's (Straßen) führten zu den verschiedenen Bereichen der Siedlung. Erst wenige Bauten sind ausgegraben und restauriert, vieles wartet noch auf Entdeckung. Die Nohoch-Mul-Pyramide kann bestiegen werden. Es erfordert große Aufmerksamkeit, denn die Stufen sind steil und teilweise kurz oder abgebrochen. Aber die mühe lohnt sich allemal!

Auch hier zwar etliche Touristen, aber kaum Händler. Nach ausführlichem Rundgang schauen wir noch nach den Krokodilen in der Lagune, aber die sind aushäusig. Anschließend geht's zurück nach Tulum. Bis wir dort sind ist es allerdings Mittag und recht heiß. Das Trinkwasser geht auch zur Neige, aber Tulum muss man sehen. Wir gehen einen längeren schattigen Weg zur Maya-Stätte (Tulu'um in Mayathan: Festung). Die Spanier nannten es Castello. Man sieht diese Festungsanlagen gut vom Meer aus, da es auf einer Anhöhe direkt an der traumhaften Küste liegt. Es gibt hier berühmte Tempel, wie der des herabsteigenden Gottes, der des Windes und der Freskentempel. Die Stadtmauer ist zum Meer hin offen, es gibt einige Wachtürme. Anders als die im Landesinneren gelegenen Mayastätten wurde Tulum erst ab ca. 1200 besiedelt, also zu einer Zeit, als andere große Städte bereits langsam aufgegeben wurden. Tulum war im 13. und 14. JH eine der größten Städte und als einzige bei Ankunft der Spanier 1518 noch bewohnt.

Mo. 25.11. -
Nohoch

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einfach himmlisch

Nohoch again: An der Cenote sind viele Schnorchler und Adventure-Touristen, 3 side mount Taucher und später noch 2 GUEs.

Team 1 - Dirk, Uwe und Roman gehen voraus und legen das primary. Team 2 - Moni und ich folgen 3 Minuten später. Bei guter Sicht geht es durch breite Gänge und Hallen. Alles superschön dekoriert mit weißen Stalaktiten und Säulen. Vorbei an der "Unterwasser-Disko" - einer Nebencenote mit großer Unterwasserplattform und vielen Scheinwerfern. Wir durchqueren zwei Kalksteinformationen, die aussehen wir große Tore oder Mäuler. Kurz nach dem 3. Marker geht ein Jump Mitte-Ende-Rechts und wir springen auf eine Querleine. Teilweise merkbare Gegenströmung. Das Profil des Ganges wird flacher, bleibt aber breit. Der Sand am Boden wird dunkler, kaum mehr Verzierungen - der Gang vermittelt jetzt eine düstere Stimmung.

Team 1 hat schon gedreht und schwimmt an uns vorbei. Wir haben zwar noch ausreichend Luft, drehen aber auch bald. Beim Raustauchen schwimmen die GUEs hinter uns. Wir machen noch ein paar Fotos und erreichen gegen 80 Minuten den primary tie off. Das Cookie von Team 1 ist weg und so muss ich Dirk's Reel aufwickeln. Die große Plastikreel geht sehr streng und ich kann es kaum mit der Handkurbel drehen und so rolle ich mehr als ich kurble.

Als wir die Oberfläche erreichen ist Uwe schon fertig mit side mount harness bekleidet und am Anlegen der Flaschen. Nach einer kleinen Einweisung und kurzen Pause geht es nochmal eine Runde 60 Minuten auf der Mainline. Roman taucht Uwe's Backmount und Uwe genießt offensichtlich die Vorzüge des sidemount diving, da die beiden nochmals den kompletten Weg zum Heavens Gate und durch die beiden Tore weiter in die schönen großen Hallen vorlegen, die sie ja bereits aus einem vorangegangenen Tauchgang kennen.

Di. 26.11. -
Phenomeno

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Mitten im Dschungel

Heute unternehmen wir eine Fahrt mitten in den Dschungel. Bei derselben Einfahrt wie zu Nohoch biegen wir ab, fahren dann eine ¾ Stunde über Stock und Stein zur Cenote Phenomeno. Wir parken am Wegesrand. Ein kurzen Pfad führt zu einer Holzplattform mit einer rutschigen Holztreppe in den Cavepool.

Wir bereiten die Doppelgeräte und Stages für den geplanten 90 Minuten-TG. Team 1 - Dirk und Uwe schwimmen schon los, während Team 2 - Moni und Helmut noch für die Checks brauchen.

Durch ein Missverständnis sehen wir nicht wo genau Dirk rein taucht und gehen erst mal auf eine falsche Leine der Cavern Tour. Zum Glück endet die nach ein paar Minuten an einem Jump. Wir erkennen den Fehler, drehen um und gehen mit 10 Minuten Verspätung auf den richtigen Weg. Vorbei an tollen Dekorationen - Säulen, Stalaktiten und Stalagmiten durchqueren wir riesige Hallen. Bei leichter Gegenströmung schwimmen wir zügig um Team 1 nicht zu lange am vereinbarten Abzweig zu den Knochenresten warten zu lassen. Bald sehen wir Uwes abgelegte Stage. Auch in meiner ist das erste Viertel verbraucht und ich hänge sie daneben auf die Führungsleine. (Das nächste mal sollte ich sie noch straffer befestigen.)

Nach knapp 40 Minuten sehen wir die Lampen unserer Freunde. Sie haben einen Marker gesetzt und ein Jumpspool in die Kammer ein paar Meter unterhalb der Hauptleine gelegt und hatten schon ausreichend Gelegenheit die Überreste des prähistorischen Faultieres (bis 3m Größe) zu besichtigen und fotografieren.

Während sie die Leine weiter schwimmen, tauche ich in die Kammer hinunter den Knochenhaufen und die Krallen kucken. Die Sicht ist nicht mehr optimal und so drehen ich bald um, rolle das Spool auf und komme wieder hoch - Monika leuchtet von oben.

Wir haben den Umkehrdruck noch nicht erreicht, und schwimmen noch weiter in Richtung des angekündigten Restes eines historischen Maja Tongefäßes. Uwe hat dort inzwischen schöne Fotos gemacht und sie kommen uns verrichteter Dinge entgegen. Dirk deutet - noch 2 Minuten, aber Moni will lieber drehen und mit 20 m Abstand hinter den beider her Richtung Ausgang schwimmen. Bei der hervorragenden Sicht sieht das toll aus, wenn man von weit hinten die Lampen und ausgeleuchteten Höhlenwände beobachten kann.

Nach 85 Minuten sind wir wieder am Einstieg. Da wir für heute noch nicht genug haben, drehen wir noch einigen Runden auf der 2. Leine. Mit Filmen und Fotografieren verbringen wir noch einige Zeit um nach 135 Minuten endlich an die Oberfläche zurück zu kehren.

Dirk und Monika haben inzwischen am Wegesrand das volle Dschungelprogramm genossen - mit Nasenbär, Affen und Kolibri. Nach dem schönen sonnigen Tag prasselt am Nachmittag schwerer Regen herab. Trotzdem erreichen wir trocken das Hotel.

Mi. 27.11. -
Gran Cenote

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Abzweig Gran Cenote

Heute der letzte Höhlenausflug nach Tulum und weiter westlich zur "Gran Cenote". Wir sind um 9:00h vor Ort. Einige Schnorchler und eine Caverngruppe ist schon da, wir sind die ersten Höhlentaucher - aber das ändert sich bald. Kurz nach uns kommt eine Gruppe mit 4 Amerikanern - side mount. Dann noch einige Gruppen, teils Doppeltank, teils sling. Und immer mehr single-Tanker für die Cavernentour.

Der Plan wie immer Team 1 - Dirk und Uwe vorweg, Team 2 - Monika und Helmut unabhängig hinterher. Erst von der Cavernline Mitte-Ende-Links auf die Hauptleine der Höhle, upstream folgen für ca. 30 Minuten bis zum Ende. Dann Gap Ende-Ende und sehen wie weit wir kommen.

Die anderen Gruppen waren natürlich schneller im Wasser. Wir queren im Cavern-Bereich und überholen ein Paar, aber beim Jump liegen schon einige Leinen. Es ist gar nicht leicht eine ordentliche Route zu legen - aber wir schaffen das und erhalten später Lob dafür.

Die Hallen sind riesig (50-80m im Durchmesser) und die Sichtweiten hervorragend. Uwe leuchtet ein Stück vor uns alles zum Filmen sehr schön aus und wir genießen den Eindruck aus der Entfernung. Schöne Säulen, Stalagmiten und Stalaktiten, Gebilde die aussehen wie große Torbögen, andere wie Hochaltäre in einer gotischen Kirche.

Dann wird der Gang flacher, läuft Zickzack - aber nirgends eine Restriktion, dafür nimmt die Gegenströmung weiter zu. Mittendrin springen von links zwei Reels auf unsere Line, die side-mouter haben über eine Restriktion abgekürzt und sind jetzt auch vor uns. Bald führen andere Jumps wieder weg. Pfeile - einzeln und doppelt, Cookies en mas, Leinen hier und dort. Das ist heute ein richtiger Lehrpfad. Nach 30 Minuten gelangen wir zum Leinenende. Dirk musste auch schon vor dem Ende einen Mittenabgang legen und wir jumpen also noch früher weg. Mehrere parallele Jumplines führen jetzt wie Leiterbahnen auf einer Elektronikplatine nach vorne. Da unser Jumpspool nicht lang genug ist müssen wir auch noch anstückeln. Langsam gehen Spools und Marker zur Neige.

Durch eine Passage mit Rückenströmung "downstream" gelangen wir nach ein paar Minuten in eine große Halle mit einer Cenote. Das Tageslicht mit dem blauen Himmel zeichnen die Höhlen wieder in ganz anderen Farbtönen. Die Tiefe beträgt gerade mal noch 7m. Bald kommt uns Team 1 entgegen und Dirk zeigt eine nahende Restriktion die sie bereits passiert hatten an. Kurz darauf sehen wir wie es vor uns schräg einen Sandhang hinab geht und der Gang recht niedrig wird. Da wir jetzt mit 45 Minuten für unsere Verhältnisse weit genug in die Unterwelt vorgestoßen sind drehen auch Monika und ich um.

Auf dem Rückweg benötigen wir etwas Zeit um unsere Leinen wieder aufzuwickeln, aber dank der doch kräftigen Rückenströmung erreichen wir nach 80 Minuten wieder den Ausgang.

Uwe wechselt schnell den Akku in seiner GoPro-Kamera und dann gehen wir nochmal für eine ¾ Stunde auf die Cavern-Tour um gezielt Videosequenzen von uns in Aktion zu drehen. Am Ausstieg helfen wir noch den Arbeitern eine abgestürzte Holztreppe aus dem Wasser zu bergen.

Jetzt haben wir uns die Brotzeit redlich verdient - heute Bagels mit Salami. Auf dem Rückweg sehen wir uns im Bordunterhaltungssystem des Pickups, Dirk hat ein chinesisches Navi mit Mediaplayer und großem Display in seinen Dodge eingebaut, Dokumentationen von Arte und Phoenix über den Untergang der Maya-Kultur an.

Abends treffen wir uns noch mal alle beim Nudelhaus "Babes" in der 5.Avenue - ein Schwede, der lange Asien gelebt hat - betreibt ein Lokal mit Thailändischen Nudelgerichten und Mexikanischen Mixgetränken. Roman und seine charmante Partnerin Barbara, auch Höhlentaucherin und Tauchlehrerin kommen dazu. Ihre Muttersprache ist englisch, sie versteht aber Deutsch mit bayerischem Einschlag und da alle mehr oder minder gut englisch können ergibt sich ein nettes, munteres Durcheinander an Erzählthemen und Sprachengemenge - dazwischen wieder ein paar Brocken Spanisch um die nächsten Mojitos zu bestellen - Rum mit Minze und nach Wahl Maracuja.

Die nächste Kursteilnehmerin Nico aus Erlangen ist auch dabei. Etwas geschafft von der Anreise und heiser (erkältet), aber gespannt auf die kommenden Tauchabenteuer. Wir kennen auch das Campingmobil (Kennzeichen MA) mit dem sie manchmal in Allmannshausen steht, vom Sehen.

Do. 28.11. - Packen Relaxen, Strand genießen, Packen
Fr. 29.11. - Rückflug Nach dem Frühstück erst noch mal an den Strand, dann Duschen und Fertigmachen zum Rückflug.
Abfahrt um 12:30 Uhr am Hotel
Abflug in Cancun um 16:30Uhr
Diesmal mit mittlerem Rückenwind in 11 Std. direkt nach MUC - Ankunft am Sa. 30.11.13 um 10:30Uhr.
Reinhold ist schon da um uns abzuholen. Alles gut gegangen, gut wieder angekommen - ein supertoller Urlaub - hat Wiederholungspotential.

Sonstiges und weiterführende Links

Full cave diver - Kursschwerpunkte

Dreisatz
  1. Tarierung sichern
  2. Richtung sichern
  3. Problem behandeln
Punkte zur Wiederholung und neue Aspekte
  • Primary & secundary tie off - sichern und kommunizieren
  • Umkehren oder Richtungsentscheidung immer kommunizieren und bestätigen
  • Geschwindigkeit rein und raus ungefähr identisch, sicher ist wenn nicht länger raus
  • Zahlen immer zeigen einzeln, z.B. 1,4,0 bar (i.d.R. nicht nötig)
  • Gröbere Anzeige: Bin im 1. oder 2. Drittel, Faust (analog 50bar) + 1 Finger
  • Über Pfeile oder markante Punkte im Dreierteam
    • drüber schwimmen, 1.gibt Lichtsignal entlang der Line,
    • der 2. bestätigt und signalisiert gleichzeitig dem 3. Ebenfalls längs Leine,
    • der 3. bestätigt mit großem OK
  • Signal ist vertikal, Notfall horizontal
Eventschedule

- Theorie

E : Ereignis D: Druck [bar] T : Tiefe [m] Z : Zeit [Min] R: Rückweg Zeit
TO 210 5 4
MER 200 10 16
EML 180 15 20
ML-MR 160 10 24
Spezieller Punkt…
RETURN 140

Legende

TO: Tie off – geschrieben wird erst nach Festmachen auf der mainline, Zeit für Drills ggf. Reserve
TOR: Tie off in die Mitte der mainline, dann nach Rechts (wie Ziel: Mitte mit Cokkie am Reel)
TOL: Tie off, dann nach Links

MER: middle to end, right (jump)
MEL: middle to end,left (jump)

EMR: end to middle, right (jump)
EML: end to middle, left (jump)

MMR: middle to middle, right (auf 2.Line)
MML: middle to middle, left (jump)

MR-ML: middle right to middle left
MR-MR, ML-ML, Ml-MR: analog

Spezielle erwartete Orientierungs- oder Sight-seeing-Punkte werden vorgetragen, z.B: Doppelpfeil nach 200m.

Leerzeilen dienen zum Eintrag zusätzlicher Ereignisse oder markanter Punkte.

Eventschedule

- die Tauchgänge

1.TG

E: Ereignis D: Druck [bar] T : Tiefe [m] Z : Zeit [Min] R: Rückweg Zeit
TO 200 8 12
MER 160 12 16
90° R 170 12 30
Spezieller Punkt…
RETURN 150

x.TG

E: Ereignis D: Druck [bar] T: Tiefe [m] Z: Zeit [Min] R: Rückweg Zeit
TO 200
H ?
MER
EEL
EMR
RETURN 150

x.TG – Ts Helmut

E: Ereignis D: Druck [bar] T: Tiefe [m] Z: Zeit [Min] R: Rückweg Zeit
TO 190 3 9 65
FI ? 8 14
200ft 180 14 20 50
MEL 14 25 45
TR 150 37 Return
TR
TL
RETURN 150

x.TG – Ts Uwe

E: Ereignis D: Druck [bar] T: Tiefe [m] Z: Zeit [Min] R: Rückweg Zeit
TO 2000 8 2
200ft 13 7
MEL 14 14 41
TR 12 20 34
TR 13 23 32
TL 13 24 30
RETURN 135 14 28 Return

x.TG – Nohoch heavans gate

E: Ereignis D: Druck [bar] T: Tiefe [m] Z: Zeit [Min] R: Rückweg Zeit
TOR 200 5 13 66
EMR 180 4 24
EML 170 5 29 53
Disco 155 5 38 44
RETURN 150 42 Return

x.TG – circut, part 1, Uwe

E: Ereignis D: Druck [bar] T: Tiefe [m] Z: Zeit [Min] R: Rückweg Zeit
TO 200 12 5 48
MER 180 10 13 36
EML 170 4 18 33
EML 160 3 24 26
RETURN 150 25 Return

x.TG – circut, part 2, Helmut

E: Ereignis D: Druck [bar] T: Tiefe [m] Z: Zeit [Min] R: Rückweg Zeit
TO 200 12
>>  180
> -.
MER 170
MER
EML
TO 150

x.TG – dos ojos, the pit

E: Ereignis D: Druck [bar] T: Tiefe [m] Z: Zeit [Min] R: Rückweg Zeit
Start 160 14 20 90 (im Topf)
TO 14 20 68
Gerippe 12 24
MR-ML 11 28 61
Line-Z 11 40 47
RETURN 110 11 44 Return
Sprünge oder Verbindungen

Jumps

Jump-Start

Start Lage Aktion
Mitte Alles frei Pfeil zum Ausgang, darauf Leine starten
permanenter Pfeil zu meinem Ausgang, frei Verifizieren, darauf Leine starten
permanenter Pfeil, falsche Richtung 1m vorher eigenen setzen
Notfalls ignorieren
oder mit Cookie entwerten und >1m dahinter
permanenter Pfeil zu meinem Ausgang, belegt Weiter wie unten „falsche Richtung“
 
Ende Alles frei Ohne Pfeil, Leine  ans Ende
permanenter Pfeil zu meinem Ausgang, frei Kein neuer Pfeil, dahinter Leine starten
permanenter Pfeil zu meinem Ausgang, belegt 1m vorher wie oben „Start Mitte“
permanenter Pfeil, falsche Richtung Pfeil mit Cookie entwerten
hinter Pfeil ganz am Ende starten
Ggf. 1m vorher wie oben „Start Mitte“

Jump-Ziel

Ziel Lage Aktion
Mitte Alles frei Spool 2x rum, Karabiner zurück auf eigene Leine Richtung Start,
Cookie neben Karabiner weiter zum Ausgang
permanenter Pfeil zu meinem Ausgang, frei auf die Reise-Seite daneben setzen (dann beim Rückweg gar nicht im Weg)
Rest Standard: Cookie + Karabiner
permanenter Pfeil zu meinem Ausgang, belegt Ignorieren wie oben
permanenter Pfeil, falsche Richtung Ignorieren wie oben
 
Ende Alles frei Ganz ans Ende, Karabiner zum Ausgang, kein Cookie!
permanenter Pfeil zu meinem Ausgang, frei Egal, ans Ende, mit K.  ohne C.
permanenter Pfeil zu meinem Ausgang, belegt Geht dahinter, siehe „Sprung Mitte“, K+C
permanenter Pfeil, falsche Richtung Geht dahinter, siehe „Sprung Mitte“, K+C
(eher unwahrscheinlich)

Mailine-Start

Andocken an Beginn der Hauptleine: Einfach analog Jump to End

Besonderheiten - Abweichungen

Situation Bezeichnung, Richtungsangabe
Mitte – Mitte MML (Dirk benennt nur die 2. Richtung)
Mitte – Ende MEL (hier die erste Richtung)
Ende – Mitte
Ende – Ende (Gap/Jump)
Abzweigungen - Ts Einfach Ausgangsrichtung mit Cookie markieren - "mark your exit"

Achte darauf, kein T unbemerkt zu überschwimmen. Gefahr wenn 2. Leine versteckt oder wenn man Biegung einfach abkürzt - dort im Eck könnte ein T sein. Wenn man Eines übersehen hat kommt man am Rückweg an einen unmarkierten Abzweig - "blind T". Suche Blasen an Decke oder Silt, entscheide dich für wahrscheinlichen Weg, markiere Richtung der Entscheidung mit einem Pfeil (ggf. den Ast aus dem ich kam mit einem weiteren Pfeil in der dort noch gewussten Richtung zum Ausgang). Schwimme dann und suche nach Eventschedule den markanten nächsten Punkt - drehe um wenn zulange nichts Erwartetes kommt.

Circut, Loop

Langsame Version in 4.TG.

  1. TG eine Seite Jumps legen bis 1/3 Luft, dann Cookie, ohne abbauen zurück
  2. TG andere Richtung Jumps legen bis zum Ende-Cookie des 1.TG (oder 1/3)
  3. Durch tauchen ohne abbauen
  4. Durch tauchen mit abbauen. Da die Jumps aber in der ersten Wegstrecke in dieselbe Tauchrichtung gelegt wurden kann man sie nur durch eine Brücke abbauen. D.h. drüber schwimmen und Jump zurück legen, nochmal drüber, dann zurück den alten Jump aufrollen, und im letzten Schritt vorwärts den neuen Jump abbauen

Schnelle Version in 2.TG.

  1. TG von einer Seite alle Jumps legen bis 1/3 Luft, dann Cookie, ohne abbauen zurück
  2. Wenn alle Jumps bei 1.TG gelegt werden alle beim 2.TG in Gegenrichtung abgebaut

 © 1998..2017 - Monika Stephan & Helmut Hartmann, Neuried
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