Lot April 2013

Höhle - Lot, Frankreich April 2013

Im April 2013 waren wir - Monika und Helmut - zum 8. mal Höhlentauchen im Lot. Wenige Bilder dazu hier im Fotoalbum. Informationen finden sich in den ersten Berichten (Links siehe oben). Hier nur das Reisetagebuch.

Wer gerne einen Kommentar dazu abgeben will, kann das tun, hier in Helmuts Tauchblog / Lot - Frankreich, April 2013


Mo. 15. - Abfahrt Abfahrt 14:45h, A96 München-Lindau, über B31 Friedrichshafen (dort Stau, 1 Stunde Verlust), Donaueschingen, Freiburg, Mühlhausen, Belfort nach Baume les Dammes.

Caravan-Stellplatz am Quai du Canal, Ankunft 21:15h, Kosten 9€.

Di. 16. - Fahrtag
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Caravanplatz Baume
Fahrtag. Frühstück und Tanken in Baume am U-Markt. Über Besancon, Beaunne, Moulin, Brieve. Stopp an der Ressel um 18:30h. Eine Gruppe aus Köln/Bonn ist da (Haus 16).

Ankunft an der Domain um 19:00h. Lilo und Paul sind fort, das Auto vom Sohn ist liegen geblieben und sie müssen Pannenhilfe leisten. Der Schlüssel steckt bei Haus 6 und wir ziehen ein.

Abendessen: Nudel mit Soße und Salat.


Mi. 17. - Faullenzen
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Aussicht Haus 7
Ein sehr warmer Frühlingstag, strahlende Sonne - bis 28°C. Moni hat noch Schnupfen und wir machen einen faulen Tag auf der Terrasse und wiederholen die Theorie aus dem Cave-1 Manual.

Spätnachmittag runter nach Cajarc zum Einkaufen. Zum Abendessen Spiegeleier, Brot und Salat.

Do. 18. - Ressel
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Parkplatz
Alles ganz geruhsam, nach dem Mittagessen brechen wir zur Ressel auf. Erst jetzt werden wieder Parkplätze frei. Die gemischte Truppe SU/K/BN/WN/RO/M/ braucht viel Platz.

Um 16:00h beginnen wir den Tauchgang. Der Cele fließt flott, ganz am Rand schwimmen oder gehen wäre machbar, mit den Scootern ist es deutlich bequemer. Die Sicht im Fluss schwankt zwischen 0,5 und 1m. Knapp entgehe ich einer Karambolage mit zwei Apollo-Fahren.

Am Höhleneingang ist die Sicht klarer. Gegen merklichen Widerstand quälen sich die Suex durch den Eingangsbereich. Drinnen im breiteren Gang ist der Gegenwind nur noch schwach. Ohne Schwimmen treibt es mit vielleicht 2m/Minute gen Ausgang. Die Sicht beträgt 5-7m. Wir fahren nur zum 1.T auf 190m und drehen dann schon um und schweben zurück. Im vorderen Bereich noch einige Markierungs- und Spool-Übungen. Nach 50 Minuten lassen wir es für heute gut sein und treiben dem Kaffee entgegen.

Das Angebot von Lilo, auch Haus 7 probewohnen zu können, nehmen wir gerne an und ziehen um. Abendessen: Kartoffel und Blumenkohl und Schinken und Käse.


Fr. 19. - Ressel
 
Weiter ganz gemütlich. Nur ein TG am Nachmittag. Als wir gegen 15:15h an der Ressel ankommen, sind die letzten der K-Gruppe am aufbrechen - dann haben wir den Parkplatz für uns. Der Regen in Cajarc kommt nicht über den Bergrücken und der Himmel macht auf und wird schön blau, wenn auch bei nur 13°C.

Mit Scooter ohne Stage fahren wir ein. In der Höhle praktisch keine Strömung mehr. Wir fahren zum T und dann links den flachen Gang bis zum kleinen Schacht über dem 2.T - und zurück.

Anschließend Leinenübungen. Zum Abschluss den Akku leer fahren. Ein halbe Stunde im Fluss, aufwärts im Schneckentempo, abwärts mit flottem Karracho.

Sa. 20. - Haus 7
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Heute kein Tauchen. Einkaufstag, später zum L'Eclerce nach Villefranche.

Vorher kaufen wir noch schnell das Haus.


So. 21. - Ressel

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Apfelblüte

Wieder spät zur Ressel, gegen 14:00h am Parkplatz. Nur einer aus NRW und Holländer sind schon am Ende des Tauchtages und überlassen uns kurz drauf den ganzen Platz wieder für uns allein.

Mit einer Stage und den Scootern geht es ohne Strömung zum 1.T. Dann die tiefe Passage hinter. Beim Schacht hinter dem 2. T parken wir die Fahrzeuge und machen uns zu Fuß weiter bis zum Beginn der Halle. Die Sicht ist gut, wenn auch nicht sehr gut (<10m). Nach kurzem Aufenthalt schwimmen wir zu den Scootern und fahren den flachen Gang zurück. Kurz vor dem Ausgang noch ein paar Meter reelen und zum Ende im Fluss den Akku leeren.

Zum Abendessen gegen 19:30h sind wir bei Lilo und Paul eingeladen. Sie kochen groß für eine Gruppe Reit-Touristen. 2 Paare mit Pferden aus Zentralfrankreich, 150km entfernt. Alle sind ganz nett und da eine aus Milwaukee/USA stammt geht die Unterhaltung auch gut auf Englisch und mit Lilos Simultanübersetzung.

Mo. 22. - Truffe Etwas früher brechen wir gegen 11:00h in den Norden auf. Unser Ziel - die Truffe bei La Cave. Der Wasserstand ist fast bis zur Straße hoch aber die Quelle strömt praktisch gar nicht. Nach einer Brotzeit machen wir uns auf. Ein leicht mulmiges Gefühl hab ich beim Gedanken an den Eingang immer und andere erzählten, dass die Engstelle zum Robben schon 1 ½ m lang ist. Der Vorfluter-Topf ist trübe, aber im Wasser doch positiv überraschende Sicht von 1m und ebenfalls gute Sicht im Eingangsbereich. Der quer liegende Block über den man drüber muss ist gut sichtbar, ja sogar die 1,5x2m Kammer und die Engstelle mit dem Schotterboden sind klar zu erkennen. So gut hab ich den Eingang noch nie gesehen und so fällt es trotz etwas Schaben an Boden und Decke recht leicht hinein zu kommen. Drinnen wie üblich sehr gute Sicht, wenn auch vorne nicht so glasklar wie sonst manchmal. Nach kurzer Zeit ist Moni auch herein gekrochen und wir schwimmen freudig durch den verwinkelten Gang des 1.Abschnittes ("sump 1"). Nach 160m links/rechts und auf/ab gelangen wir zur 1.Auftauchstelle. Der Wasserspiegel ist so hoch, dass man hier mit 1,5m Tiefe bequem drüber schwimmen kann. Dahinter beginnt der 2.Abschnitt ("sump 2") und für uns Neuland. Nach wenigen Metern teilt sich der Gang und wir nehmen wie nach dem Höhlenführer geplant den rechten Gang.

Bei kleinem Gangquerschnitt von oft nur 1 - 1 ½ m Breite und 1 - 2m Höhe, sehr hellem spitzgezackten Wänden geht es wild verwinkelt durch den Fels. Hier ist das Wasser so klar, man meint im Nichts zu schweben. Artig nach 1/6 Luftverbrauch und knapp 300m drehen wir um und schwimmen ganz langsam zurück.

Der Ausgang ist immer noch sehr gut einsehbar und easy zu meistern. Ganz happy tauchen wir auf, um von einer französischen Urlauber-Familie freundlich begrüßt zu werden. Schnell ein paar Bilder - das wird ein tolles Thema für den Aufsatz der Kinder: "was ich in meinen Ferien erlebt habe".


Di. 23. - Ressel Morgens erst Vermessungsarbeiten am Garten, dann nochmal Ressel. Um 15:30h sind wir an der Höhle - allein. Heute wollen wir den Loop schwimmen. Den Cele hoch verfluchen wir den Plan schon. Schwimmen geht kaum, also runter aufs Flussbett und "pull & glide". In der Höhle fast keine Strömung. Erst 5 Minuten Drills, dann geht's zügig in 15 Minuten zum 1.T und nach weiteren 15 Minuten sind wir am 2.T. Dort steigen wir zum oberen Gang hoch und gelangen mit weniger Anstrengung in 2*10 Minuten zurück. Vor dem Ausgang Maske ab und blind an der Leine lang - ein bisschen Üben muss sein.

In der lauen Abendluft genießen wir den Kaffee am Parkplatz. Zurück im Quartier kochen wir Eier mit Kartoffel und Salat.
 

Mi. 24. - Trou Madame

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Bachbett vor Höhle

Für den letzten Tauchtag etwas Aufwändigeres - die Trou Madame. Auf der Fahrt stoppen wir kurz in Cajarc und schlendern über den Wochenmarkt. Von Kleidung über Lebensmittel - Fleisch, Wurst, Käse, Brot, Honig bis zu regionalen Spezialitäten wie Honig und Safran gibt's schöne Sachen.

Am Hochufer des Lot entlang malerischer Felswände und kleiner Orte die sich an den Stein drücken, vorbei an alten Herrenhäusern des einfachen Landadels und einem Chateau aus dem 12. Jahrhundert gelangen wir schließlich zu dem Feldweg der von der Landstraße abbiegt und den Bach entlang zum Platz führt an den maximal 3 Autos abgestellt werden können. Die Truppe aus Haus 12 (BO/EN/MG) ist schon vor Ort und belegt die Plätze. So bleibt uns nur 100m weiter ein Stellplatz auf einer kleinen Lichtung.

Wir wollen zunächst die Lage erkunden und steigen den Trampelpfad entlang dem herabstürzenden Bach hoch. Ein Seil hilft über ein paar aus dem Wasser ragende Felsbrocken halb im Bachbett an der Felswand vorbei weiter nach oben zu gelangen. Im oberen Teil ist das Bett trocken und wir steigen die letzen Schritte hoch. Die andere Truppe kriecht gerade in tiefster Gangart unter der Felsplatte aus der Bergöffnung hervor.

Sie haben ihren TG schon beendet und überlassen uns kurz darauf sehr freundlich einen ihrer Standplätze, so dass wir nahe am Weg parken können. Nach der notwendigen Stärkung mit Baguette und Schinken machen wir uns an die Arbeit. Wir spannen unser eigenes Seil und tragen mühsam die fertig aufgebauten Doppelgeräte zum Höhleneingang hoch.

Es ist schon 15:30h als wir endlich komplett tauchfertig beginnen den niedrigen Eingangsbereich zu überwinden. Der Wasserstand ist hoch, er reicht bis ganz vorne hin, ist aber nicht hoch genug, dass wir sofort los schwimmen könnten, also krabbeln und robben wir 2-3m bis wir dann Schwimmtiefe haben und die Flossen anziehen können. Nach 30m gelangen wir zum dem Bereich, der sonst als See erscheint, jetzt aber komplett geflutet ist.
Hier beginnt die Entfernungszählung auf den Richtungspfeilen. Der Gang ist 8m breit und 5m hoch, ockergelbe Felswände wechseln sich mit Sand- und Lehmflächen ab. Nach 50m wird der Charakter immer dunkler. Die Wände sind schwarz wie im Kohlenkeller. Bei der 95m-Markierung wird es wieder total seicht. Hier ist das Ende des 1.Abschnitts ("sump 1"). Bei Niedrigwasser müsste man hier klettern jetzt schwimmen wir einfach über eine Lehmbank in den 2.Abschnitt ("sump 2"). Total schwarzer Stein beherrscht auch hier das Bild. Um ein paar Ecken und Windungen erreichen wir nach 35 Minuten bei 370m das Ende dieses Abschnittes und es wird wieder flach. Man könnte auch über diese "Trockenstelle" drüber schwimmen, aber ohne Stage gemahnt uns die abnehmende Restluft zur Umkehr. Nach 60 Minuten sind wir zurück am Ausgang. Wir müssen auf allen Vieren krabbeln. Damit die spitzen Steine die Anzüge und unsere Knie nicht schädigen rutschen wir auf den Flossen vorwärts.
Wieder am Tageslicht liegt der mühsame Abstieg vor uns. Ein paar neugierige Urlauber, die uns entgegen kommen fragen ob es kalt ist - na jetzt nicht mehr.

Den Kaffee gibt auf unserer Terrasse - die Abendsonne genießen, ansonsten ist Resteessen angesagt.


Do. 25. - Reisetag Abfahrt 12:00h - Ankunft Baumme 21:15h, Übernachten am Stellplatz.
Fr. 26. - Reisetag Abfahrt 10:00h - Ankunft München 16:00h, Frühstück um 8:00h im U-Markt

Sonstiges

Weitere Bilder gibt's bei den anderen Berichten (Links siehe oben).

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  • Peter Hornburger

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