Gefahren

Gefahrenbewusstsein

Eigenverantwortliches Tauchen, gerade wenn es dann auch mal etwas tiefer als 18m geht, hat auch viel mit Gefahrenbeurteilung und -bewusstsein zu tun.

Ich glaube und hoffe meine Fähigkeiten und die meiner Mittaucher, die Umweltbedingungen und die Tauchsituationen realistisch einschätzen zu können und natürlich will ich heil und gesund wieder zurück kehren. Aber Tauchen ohne Risiko gibt es nicht - "no risk - no fun".

Die Risikokurve verläuft exponentiell. Bei geringen Tiefen und Anforderungen (neudeutsch "workload") ist das Risiko gering. Mit zunehmenden Faktoren steigt das Risiko erst mal kaum. Dann wird die Kurve langsam steiler, etwas mehr an Tiefe oder workload erhöht das Gefahrenpotential. Im weiteren Verlauf der jetzt immer steiler ansteigenden Funktion kommt man in Bereiche wo ein "Bisschen" mehr einen explosiven Anstieg des Risikos bedeutet. Die Kunst und die Schwierigkeit, ist ein zu schätzen wo in der Steigung der Kurve man sich gerade befindet und wie weit man gehen will.

Gefahrensituationen

In jedem Kurs über "Tauchsicherheit und Tauchrettung", kommerziell "rescure" genannt, findet ihr eine Aufzählung einer Vielzahl oft dramatischer Situationen die dann die Anwendung des Lernstoffs erfordern. Zum Glück treten diese Situationen selbst in einem langen Taucherleben fast nie ein.

Persönliche Erlebnisse sind nicht immer repräsentativ, trotzdem möchte ich mal aufzählen was uns im engeren Tauchfreundeskreis in ein paar hundert Tauchgängen dann doch im realen Tauchalltag so alles widerfahren ist. Anfänger können daraus vielleicht was lernen, erfahrene Taucher ihr Erlebtes mit unserm vergleichen ...

Stichwort Beschreibung Tipps zur Lösung oder Vermeidung
Inflatorschlauch durch Salz hatte sich das Einlassventil verklemmt, die Luftzufuhr lies sich nicht mehr stoppen, das Jacket hat sich völlig aufgeblasen Inflatorschlauch knicken und Kupplung ziehen
Inflator abgerissen Plastikverschraubung gebrochen die Inflator mit Jacket verbindet, Totalverlust des Jacktauftriebs nicht überbleibt sein, oder mit Trocki tarieren
Flaschen O-Ring auf größerer Tiefe platze der O-Ring im Flaschengewinde. Totalverlust der Luft binnen 1 - 3 Minuten. Partner Oktopus ("long hose"), dann zudrehen
Automat vereist Man merkt mit kurzer oder keiner Vorwarnzeit wie der Automat nach dem Einatmen nicht mehr schließt und erst langsam nachblubbert. Das schwillt binnen Sekunden zu einem größeren Strom und nach einer 1/2 Minuten steht man im Brausebad. im kalten immer mit 2 getrennten Automaten, wechseln & abdrehen
wer vereist Die aktuelle Vereinsstatistik besagt
  • Scubapro M5, G250, R190 mit MK10, MK20 - xx mal
  • Mares Navy - 1 mal
  • Mares Abyss mit MR22 - 0 mal
  • Apex TX 100, TX 50, TX 20 - 0 mal
  • Poseidon Cylon 5000 - 0 mal
den richtigen Automat kaufen,

warten, aber nicht zu oft!

1.Stufe gebrochen Die Halteschraube des drehbaren Kopfes der ersten Stufe einer Scubapro MK20 brach und der Kopf hob mit lautem Knall einen 1/2 m ab. Alternative ist gefragt. Achten, dass die erste Stufe keinen Schlag von oben erhält, z.B. beim Bootbeladen mit anderer Flasche!
Bleitasche verloren Die integrierten Bleitaschen der alten Mares-Jackets halten nur mit einem einfachen Klettverschluss. Beim Reinspringen vom Boot hat sich eine Tasche gelöst und beim Kopfüber abtauchen dann nach unten verabschiedet. Taschen immer sorgsam schließen, nirgends hängenbleiben, Finischlauch nicht drunter einklemmen. Zusätzliche Plastikschnalle vom Schuster annähen lassen!
Maskenglas rausgefallen Nach einer Übung mit Maskenwechsel, fiel beim Wiederaufsetzen ein Glas raus und die Maske lief sofort voll. Ersatzmaske greifbar in der Tasche, auch Ersatzmaske vor TG "Anti-Beschlag" behandeln.
Flossenbänder ausgefädelt Bei Anziehen der Flossen im Wasser, alle warten, noch schnell weiter ziehen, Mist ... technische Alternativen wie Springsnaps oder Schnellverschlüsse, Enden mit Kabelbinder sichern
Boje verheddert beim Boje mit Reel setzen geschludert und beim Aufblasen mit dem Mund den Automaten in der Schnur verfangen üben, üben, üben und konzentrieren.

 © 1998..2017 - Monika Stephan & Helmut Hartmann, Neuried
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